18'645 und mehr tierische Schicksale

  • Hallo zusammen


    Ich habe gerade die aktuelle Medienmitteilung des Schweizer Tierschutz gelesen. Die Zahl der Tiere, die in Heime kamen, ist wirklich ernüchternd. Allerdings empfinde ich dagegen die Zahl der angezeigten Tierhaltung für zu gering. Ich bezweifle, dass nur 208 Tierhaltungen zu beanstalten sind in einem Land wie der Schweiz. Für einen Kanton mag die Zahl vielleicht hinkommen, aber für das ganze Land?


    Zitat

    Mit besorgniserregender Selbstverständlichkeit lassen es manche Menschen an Fürsorge für ihre Tiere fehlen oder sie geben die Verantwortung, die sie einst für ein Lebewesen übernommen haben, an ein Tierheim ab. 18'645 Tiere haben STS-Sektionen im Jahr 2015 aufgenommen. Im Vergleich zum Vorjahr blieb damit die Gesamtzahl der Tierheim-Tiere unverändert hoch. Gleichzeitig gingen binnen eines Jahres 208 Meldungen über tierschutzwidrige Tierhaltungen beim Schweizer Tierschutz STS ein.


    Weitere Infos: http://www.tierschutz.com/media/pc2016/120916.html

  • Hey,


    ist vielleicht auch was zu finden, wieso die Tiere abgegeben wurden? Beim deutschen Tierschutzbund gab's mal eine detailliertere Aufstellung, wie viele Tiere ausgesetzt, wie viele abgegeben wurden usw.. Und wie viele auch wieder vermittelt wurden.


    Und wie läuft das bei euch denn mit diesen Sektionen? Ist das irgendwie regional organisiert? Und gibt es in der Schweiz nur zugelassene THs, die vom Schweizer Tierschutz (ich nehme an, dafür steht STS?) erfasst sind? Oder könnte es da auch eine Dunkelziffer geben?


    208 Meldungen wegen tierschutzwidriger Haltung... MELDUNGEN, nicht nachgewiesene Fälle... Das ist verdammt wenig, finde ich. Nur, ist das jetzt so wenig, weil nie was gemeldet wird, oder wird es nicht zentral erfasst oder ist es vielleicht auch nur ein Tippfehler? Vielleicht ist der STS auch nicht die einzige Anlaufstelle und der Rest ging woanders ein (bei Ämtern und lokalen Behörden vll)?

  • Hey


    Sektionen sind einzelne Vereine, die sich dem grossen Projekt Schweizer Tierschutz angeschlossen haben. Nicht alle verfügen über ein eigenes Tierheim. Ich weiss zum Beispiel von einem, der nur über Pflegestellen arbeitet.
    Wenn ich mir die Sektionen, die ausgewertet wurden, so anschaue, dann sind die Tierzahlen wohl auch untertrieben. Denn es fehlen einige mir bekannte Institutionen.


    Unterschieden als Aufnahmegrund wird leider nur zwischen Fund- und Verzichttier sowie Beschlagnahmungen.


    Ich hoffe einfach mal, dass die Meldungen von auffälligen Tierhaltungen beim STS eine zusätzliche Möglichkeit ist und das Gros direkt bei den zuständigen Veterinärämtern landet. Dort wurden laut Bericht 83 der 208 Fälle gemeldet.


    So, gerade im Bericht gefunden:

    Zitat

    Bei schwerwiegenden Zuwiderhandlungen gegen das Tierschutzgesetz empfiehlt es sich den Fall
    direkt dem zuständigen kantonalen Veterinäramt zu melden. Dieses verfügt über die erforderlichen
    Kompetenzen, um Massnahmen für die Durchsetzung der Vorschriften zu treffen.


    Zusätzlich sind die Kontrolleure auf die Kooperation der Besitzer angewiesen. Sie haben keine Erlaubnis, Grundstücke zu betreten oder Tiere zu beschlagnahmen.

  • Hey,


    ah, danke für die Aufklärung. Also sind Sektionen so ähnlich wie regionale TS-Vereine in Deutschland, richtig? Hier haben auch nicht alle ein TH, aber sie kümmern sich eben um die Tierschutzbelange vor Ort und einige davon gehören dann eben auch zum deutschen Tierschutzbund.


    Das mit dem Veterinäramt beruhigt mich, denn sonst wäre die Zahl doch sehr gering gewesen.


    Ich hab seit gestern mehrfach versucht, solche Zahlen für Deutschland zu finden – nix oO. Ich finde es ein bisschen schade, dass da seit 2012 oder einzelnen Vereine scheinbar nichts mehr aufgerechnet und an die Öffentlichkeit gebracht wurde. Solche Zahlen sind doch die beste Abschreckung?


    Wobei mich generell immer wieder wundert, wie man sich so einfach von seinem Tier trennen kann....