Flohbefall – was tun?

  • Huhu,


    in diesem Thema möchte ich ein paar Tipps für den Umgang mit einem Flohbefall sammeln. Ich würde mich freuen, diesen Thread nach und nach gemeinsam mit anderen Hundehaltern um immer mehr sinnvolle Tipps zu erweitern.


    Zu Flöhen allgemein
    Ein Flohbefall lässt nicht unbedingt auf mangelnde Hygiene schließen, auch wenn so manche Leute das leider nach wie vor behaupten. Sicherlich kommt Parasitenbefall bei ungepflegten Tieren öfter und in größerem Ausmaß vor, dennoch kann sich auch ein gut gepflegter Hund, der in einer hygienischen Umgebung lebt, einen oder mehrere Flöhe einfangen.


    Der Begriff Flöhe (Siphonaptera) bezeichnet wissenschaftlich eine Ordnung innerhalb der Klasse der Insekten, die etwa 2400 Arten umfasst, von denen etwa 70 in Mitteleuropa ihr Unwesen treiben. Die Diagnose "Flöhe" sagt also noch nicht unbedingt aus, welcher Floh sich im Hundefell eingenistet hat. Es gibt aber eine Art, die den besten Freund des Menschen besonders gern hat: der Hundefloh (Ctenocephalides canis). Wie der Name schon sagt, sind Hunde – oder genauer die Hundeartigen (Canoidea) – ihre Hauptwirte. Menschen werden dementsprechend eher selten von diesem Parasiten befallen, auch wenn natürlich nicht ausgeschlossen ist, dass sich ein Hundefloh auf menschliche Haut verirrt.


    Interessanter Weise werden aber auch Hunde nicht immer vom Hundefloh befallen. Besonders in städtischen Gebieten scheint es eher der Katzenfloh (Ctenocephalides felis) zu sein, der sich auf Hunde stürzt. Und zum Entsetzen für uns Zweibeiner: Ein ebenfalls häufiger Flohbefall bei (Haus-)Hunden geht auf den Menschenfloh (Pulex irritans) zurück. Fuchs-, Hühner-, Kaninchen-, Ratten sowie Sandflöhe springen ebenfalls gerne auf den besten Freund des Menschen über.


    Das Wort "springen" ist hierbei entscheidend, denn auch wenn die knapp zwei bis über vier Millimeter langen Tierchen ganz schön hoch "fliegen" können, haben sie keine Flügel. Sie sind lediglich gute Springer, die sich mit ihren kräftigen Hinterbeinen abdrücken und mit einem Sprung bis zu einem Meter Distanz zurücklegen können. Das schaffen sie nicht alleine mit Muskelleistung, zumal die höchstmögliche Kontraktionsgeschwindigkeit der Muskeln gar nicht ausreichen würde, um einen solchen Schub zu erzeugen. Flöhe verfügen an ihren Beinchen zusätzlich über Resilinpolster. Dieses elastische Protein kann wie ein Bogen gespannt und der Floh dann wie ein Pfeil abgeschossen werden.


    Außerdem sind Flöhe mit der Hand kaum zu erwischen, da sie klein, an den Seiten abgeflacht und wendig sind. Ihr ganzer Körperbau ist auf die Fortbewegung zwischen den einzelnen Haaren des Tierfells ausgerichtet, weswegen sie sich dort auch so schnell und oftmals ungesehen herumwuseln können. Geschützt werden sie von einem harten Chitinpanzer, der verhindert, dass die Parasiten allzu schnell zerdrückt werden können. Ihre Farbe ähnelt einem hellen Braun, kann aber auch milchig-weiß sein, abhängig von der Flohart. Ihr Körper ist oval geformt und stützt sich auf sechs Beine.


    Flöhe ernähren sich von Blut. Sie stechen in die Haut und richten ihren Körper dabei senkrecht auf, sodass sie fast gänzlich auf dem Kopf stehen. Einmal satt, kommen sie manchmal bis zu zwei Monate ohne weitere Nahrung aus. Am ehesten vergleichbar sind Flohbisse für uns Menschen mit anderen Insektenstichen, beliebter Weise die der Stechmücke.


    Die Lebensdauer eines Flohs hängt von seiner Art ab. Die ältesten unter ihnen können bis zu 1,5 Jahre alt werden, während andere nur wenige Wochen leben (beispielsweise der Rattenfloh, der seinen letzten Atemzug nach fünf bis sechs Wochen tut).


    Ihre Eier legen Flöhe in der Umgebung ihres Wirtes ab, zu der Teppiche und Decken ebenso zählen wie die Rillen im Dielenboden und ruhige, staubige Ecken der Wohnung. Je nach Flohart kann ein Weibchen 20 bis 500 Eier innerhalb von drei Monaten ablegen. Diese sind grau-weiß und bis zu einem halben Millimeter groß. Nach wenigen Tagen schlüpfen aus ihnen bis zu fünf Millimeter lange Larven, die sich von den Exkrementen ihrer ausgewachsenen Artvertreter ernähren. Anschließend durchlaufen die Larven drei Häutungen und spinnen sich in einen Kokon ein, aus dem bei Zimmertemperatur nach etwa ein bis zwei Wochen ein erwachsener Floh schlüpfen kann. Bei Kälte können die Larven bis zu einem Jahr in ihrem Kokon ausharren, bevor sie schlüpfen.



    Wie erkenne ich einen Flohbefall?
    Flöhe sind mit bloßem Auge meist erst auf dem Hund erkennbar, wenn sie in massiver Zahl vertreten sind. Zuvor macht sich ein Flohbefall durch Juckreiz, kleine rote Punkte an den Bissstellen und kleine schwarze Punkte auf der Haut und im Fell bemerkbar. Wer einen Flohbefall vermutet, sollte sein Tier gründlich mit einem Flohkamm gründlich kämmen und sich auf die Suche nach letzteren machen. Dabei handelt es sich nämlich um Flohkot, der zum Großteil aus getrocknetem Blut besteht. Daher gibt es einen einfachen Trick, einen Flohbefall sicher nachzuweisen: Die schwarzen Krümel auf ein weißes Küchenpapier legen, einen Tropfen Wasser drauf und abwarten. Lösen sie sich auf und hinterlassen rötliche Schlieren, ist es Flohkot. Ein Tierarzt kann natürlich auch bei der Diagnosestellung helfen und verordnet auch gleich das passende Mittel zur Schädlingsbekämpfung.



    Behandlung des Hundes
    Für Hunde gibt es eine breite Latte an Behandlungsmöglichkeiten: Spot-Ons, Shampoos, Puder, Halsbänder – hier sind fast keine Grenzen gesetzt. Am besten bespricht man die Wahl des richtigen Mittels sowie Details zur Anwendung mit dem Tierarzt. Je nach Befall reicht eine einmalige Behandlung mit einem der Mittel nämlich nicht aus, manchmal empfiehlt sich auch eine Kombination mehrere Bekämpfungsmittel wie Shampoo und Spot-On.



    Behandlung der Umgebung
    Der Lebensraum der Flöhe beschränkt sich leider nicht auf Tierfell. Die Parasiten fühlen sich vor allem in Teppichen, Decken und Polstermöbeln wohl und befallen somit nicht nur das Haustier, sondern die gesamte Umgebung. Daher reicht es auch nicht, nur den betroffenen Hund von den Insekten zu befreien – die gesamte Wohnung muss behandelt werden. Hierfür gibt es Flohfallen und Sprays, welche die Insekten abtöten. Die Anwendung variiert von Produkt zu Produkt und muss gff. wiederholt werden. Zusätzlich sollten alle Decken, Kuscheltiere, Liegekissen und Co. soweit möglich heiß gewaschen werden.



    Und zum guten Schluss noch zwei Bilder:


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    Ich freue mich natürlich jederzeit über Anregungen und Ergänzungen zu diesem Beitrag :).

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