Das Wachstum bei Hundewelpen

  • Wie viel Gewicht darf mein Hund zulegen? Was soll ich im Wachstum füttern, damit der Kleine nicht zu schnell wächst und nicht dick wird? Mit solchen Fragen beschäftigen sich Hundehalter schon lange und bei jedem Welpen wieder aufs Neue.


    Wöchentliche Gewichtszunahme:
    Gerade diese ist sehr schwer anzugeben, wenn man sich überlegt, dass es Hunde mit einem Endgewicht von drei Kilogramm gibt, während andere 80 Kilogramm schwer werden. Wichtig ist vor allem: Ein schnelles Wachstum ist nicht mit einem gesunden Wachstum gleichzusetzen. Besonders bei größeren Hunden wird ein zu schnelles und ungleichmäßiges Wachstum mit späteren Gelenkproblemen in Verbindung gebracht. Je langsamer und gleichmäßiger ein Hund also heranwächst, umso besser. Das soll aber nicht heißen, dass der Hund hungern muss. Das richtige Maß ist – wie so oft – entscheidend.



    Woran erkenne ich zu schnelles Wachstum?
    Hunde, die zu schnell wachsen, wachsen häufig auch ungleich, sind vorne im Schulterbereich höher als im Beckenbereich oder anders herum. Außerdem laufen sie noch schlacksiger und unsicherer als andere Hunde gleichen Alters, da die Muskulatur dem schnellen Knochenwachstum nicht hinterher kommt. Im schlechtesten Fall leidet der Hund auch an Wachstumsschmerzen und bekommt Probleme beim Aufstehen oder bei Belastung.
    Andererseits lässt es sich nicht verhindern, dass ein Welpe hin und wieder einen "Schub" nach oben macht.
    Wer unsicher ist, kann seinen Hund hin und wieder beim Tierarzt kontrollieren lassen.



    Was beeinflusst das Wachstum?
    Futter ist nicht gleich Futter, deswegen gibt es auch zig verschiedene Futtersorten für heranwachsende Hunde. Es ist aber nicht jeder Futterbestandteil unbedingt entscheidend für die Wachstumsgeschwindigkeit eines Welpen. Wirklich wichtig sind eigentlich nur folgende Werte:

    • Kalzium-Phosphor-Verhältnis
    • Energiegehalt
    • Fettgehalt
    • Vitamin A
    • Kupfer
    • Zink



    Kalzium-Phosphor-Verhältnis
    Besonders dem Kalzium-Phosphor-Verhältnis wird eine große Bedeutung beigemessen. Hier ist in erster Linie das Verhältnis, nicht die genaue Menge entscheidend. Ist das Verhältnis korrekt, besteht eine recht große Toleranz gegenüber Mangel oder Überschuss. Ist das Verhältnis falsch, hemmt dies die Aufnahme von Kalzium oder Phosphor.
    Da beide Stoffe starke Auswirkungen auf einen gesunden Knochenbau haben, erklärt sich auch, warum sie als so besonders wichtig angesehen werden. Vereinfacht gesagt wird neues Kalzium aus dem Futter über das Blut zu den Knochen transportiert und dort gegen "altes" Kalzium aus den Knochen ausgetauscht. Im Wachstum kommt natürlich hinzu, dass die Knochen nicht nur "frisch gehalten", sondern auch aufgebaut werden.
    Eine einzige Antwort auf die Frage nach dem richtigen Verhältnis gibt es allerdings nicht. Manche Quellen geben 1:1 (Kalzium zu Phosphor) an, andere veranschlagen weniger Phosphor, andere weit mehr Kalzium.
    Die Forscher Helmut Meyer und Jürgen Zentek schlüsseln Bedarf und Verhältnis recht detailliert auf. Nach ihren Werten ist der Bedarf abhängig vom Alter des Hundes im Verhältnis zu seinem Endgewicht (und damit dem Verlauf seines Wachstums). Grob gesagt liegt das Verhältnis von Kalzium zu Phosphor ihren Werten nach bei 1:0,5 während des Wachstums eines später 20 Kilogramm schweren Hundes. Ein Hund, der später 60 Kilo schwer wird, liegt dieses Verhältnis ebenso. Das heißt, ein Hund im Wachstum benötigt doppelt so viel Kalzium wie Phosphor für eine gesunder Knochenentwicklung. Wie hoch der Bedarf in Zahlen ist, hängt aber stark vom Endgewicht und der derzeitigen Wachstumsphase ab. Über einen Mangel müssen sich Hundehalter aber weniger Gedanken machen, da die meisten Futtersorten eher zu viel als zu wenig enthalten (eine Bedarfsdeckung ist gesetzlich vorgeschrieben).



    Energiegehalt
    Welpen und Junghunde im Wachstum haben einen weit höheren Energiebedarf als ausgewachsene Hunde. Außerdem ist dieser höher, je höher das Endgewicht des Hundes liegt.
    Beispiel: Ein ausgewachsener 20 Kilogramm schwerer Hund benötigt am Tag etwa sechs Megajoule Energie. Ein vier Monate alter Hund, der später mal 20 Kilogramm wiegen wird, benötigt täglich über 20 Megajoule.
    Auch hier liefern die meisten Hundefutter für wachsende Hunde mehr als genug. Es sollte eher darauf geachtet werden, dass der Hund nicht zu viel Energie aufnimmt.



    Fettgehalt
    Einen großen Teil des Energiegehalts gewinnt ein Futter aus dem Fettgehalt. Dementsprechend bedeutet ein hoher Fettgehalt auch einen hohen – vielleicht zu hohen – Energiegehalt, was dann wiederum negativ für das Wachstum wäre.



    Vitamin A
    Vitamin A nimmt vor allem Einfluss auf die Synthese von Eiweiß, weswegen es auch als Wachstumsvitamin bezeichnet wird. Des Weiteren ist es wichtig für das Knochenwachstum und das Sehen. Außerdem ist es über seine Beteiligung an verschiedenen Syntheseprozessen auch am Aufbau der Schleimhäute beteiligt. Somit ist Vitamin A auch für die Abwehr von Infektionen von Bedeutung. Welpen benötigen über das doppelte an Vitamin A im Vergleich zu ausgewachsenen Hunden.



    Kupfer und Zink
    Welpen im Wachstum haben einen bis zu fünffachen Bedarf an Kupfer wie ausgewachsene Hunde. Kupfer ist vor allem für die Pigmentbildung, die Blutbildung, den Transport von Eisen, den Zellstoffwechsel und die Struktur von Bindegewebskomponenten (Elastin und Kollagen).
    Vom Zink wird im Wachstum bis hin zur vierfachen Menge benötigt. Es ist in verschiedenen Bereichen im Körper wichtig. Unter anderem ist es für Proteinstrukturen und Biomembranen, aber auch im Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel von Bedeutung. Bei einem Mangel kann es zu Störungen der Haut, zu Problemen bei der Aufnahme essenzieller Fettsäuren und zu Problemen bei der Bildung von Antikörpern kommen. Auch für die Wundheilung ist es entscheidend, denn ohne Zink können sich Zellen nicht vermehren oder wachsen.