Wie sollte ein Hund geimpft werden?

  • Die einfache und kurze Antwort auf diese Frage ist: individuell.


    Doch natürlich geht das auch ausführlicher ;).
    Individuell ist deswegen die "richtige" Antwort, weil jeder Hund entsprechend seines Alters, seiner Vorgeschichte, seiner Gesundheit und seines Umfeldes geimpft werden sollte. Aus Gründen der Einfachheit soll es deswegen hier auch erstmal nur um Hunde in Deutschland gehen.



    Was bedeutet Grundimmunisierung?
    Als Grundimmunisierung wird die erste Impfung eines Hundes bezeichnet, die normaler Weise nach einem bestimmten Zeitabstand wiederholt wird. Normaler Weise handelt es sich dabei um zwei Impfungen im Welpenalter in kurzem Abstand und eine weitere ein Jahr später.
    Lange Zeit wurde auch in jedem Alter die erste Impfung als doppelte Impfung verabreicht und anschließend nach einem Jahr wiederholt. Einige Tierärzte empfehlen dieses Schema auch weiterhin.
    Folgt man Beipackzettel von Impfstoffherstellern wie Nobivac genügt ab einem Alter von zwölf Wochen allerdings eine einmalige Impfung, um den Hund für ein bis drei Jahre zu immunisieren (je nach Impfstoff und Hersteller).



    Wann ist die erste Impfung fällig?
    Wenn alles normal läuft, wird ein Welpe das erste Mal im Alter von acht Wochen (normale Erstimpfung) geimpft. Dabei erhält er mindestens eine Impfung gegen Staupe (S), Hepatits (H) und Parvovirose (P). Üblich, aber nicht ohne Kritik, ist eine gleichzeitige Impfung mit Parainfluenza/Zwingerhusten (Pi).
    Diese Impfung wird in einem Alter von zwölf Wochen wiederholt. Grund hierfür sind die im Alter von acht Wochen eventuell noch vorhandenen maternalen Antikörper, welche die Wirksamkeit der Impfung schwächen können.
    Die erste Tollwutimpfung (T) ist ab einem Alter von zwölf Wochen möglich.
    Gegen Leptospirose (L) kann ab einem Alter von acht Wochen geimpft werden, wobei eine Impfung zusammen mit dem Tollwutimpfstoff wohl am häufigsten ist. Auch die Leptospiroseimpfung wird – wie jene gegen Zwingerhusten – von einigen Hundehaltern abgelehnt.


    Möglich, aber nicht unbedingt im Normalfall üblich, ist eine Impfung mit einem Puppy-Impfstoff im Alter von vier Wochen aufwärts. Der Unterschied zwischen einer Puppyimpfung und einer normalen ab acht Wochen ist, dass ersterer nicht alle Wirktsoffe enthält (beispielsweise keine Hepatitis-Impfung). Hunde, die mit einem Puppyimpfstoff geimpft wurden, müssen dennoch erneut im Alter von acht und im Alter von zwölf Wochen wie oben beschrieben geimpft werden (im Falle von Tollwut nur mit zwölf Wochen erneut). Gründe für eine Puppy-Impfung können beispielsweise die Reise in ein anderes Land (Auslandstierschutz) oder auch Tiere ohne maternale Antikörper sein.


    Manchmal wird empfohlen, zumindest Parvovirose schon mit sechs Wochen impfen zu lassen, da die maternalen Antikörper in diesem Alter schon ihre Wirksamkeit verlieren würden. Hin und wieder ist auch noch zu lesen, dass eine zusätzliche Impfung mit etwa 16 Wochen, in der alle Komponenten noch einmal enthalten sind, durchgeführt werden müsse.


    Ein Sonderfall sind Hunde, die über das Welpenalter hinaus sind, aber noch nie eine Impfung erhalten haben. Manche Tierärzte wollen hier "grundimmunisieren" wie bei einem Welpen, sprich einmal alles impfen, dies vier Wochen später wiederholen und nochmal ein Jahr später wiederholen.



    Was sind Wiederholungsimpfungen?
    Wiederholungsimpfungen sollen den einmal durch die Grundimmunisierung erreichten Antikörpertiter weiterhin auf einem Level halten, der die Krankheit abwehren kann. Dieser Vorgang ist auch als Boostern bekannt. Bei Reisen ins Ausland kann dies von Bedeutung sein, da manche Länder eine (Tollwut-)Impfung innerhalb eines gewissen Zeitrahmens vor der Reise fordern oder einen Titernachweis im Blut sehen wollen.
    Wie oft Boostern nötig ist spaltet wohl die Hundehalter weltweilt. Zuerst einmal ist dies abhängig vom jeweiligen Impftstoff. Jener gegen Leptospirose hat beispielsweise eine viel geringere zuverlässige Wirksamkeit (etwa sechs Monate) als jener gegen Staupe (etwa drei Jahre). Außerdem machen Impfstoffhersteller basiernd auf eigenen Studien auch unterschiedliche Angaben.
    Hinzu kommen unabhängige Studien wie jene von Ronald Schultz, welcher eine Wirkdauer von mindestens drei Jahren für Tollwut, fünf Jahren für Staupe und sieben Jahren für Hepatitis und Parvovirose angibt.



    Wie sollte das Impfschema nun aussehen?
    Im Prinzip gibt es also zwei "normale und übliche" Methoden, wie und wann ein Hund geimpft werden kann: Mit Grundimmunisierung ab dem Welpenalter und – mit oder ohne Grundimmunisierung – ab dem Erwachsenenalter. Würde mal der Wirkdauer von Nobivac folgen, würden diese beiden Impfschemata folgender Maßen aussehen:


    Welpen:
    Erste Impfung: SHP(Pi) mit 8 Wochen
    Zweite Impfung: SHP(Pi) sowie T(L) mit 12 Wochen
    ein Jahr später und dann jährlich: L und Pi
    drei Jahre später und dann weiterhin alle drei Jahre: SHP und T


    erwachsene Hunde ohne Grundimmunisierung:
    Erste Impfung bspw. mit 2 Jahren: SHP(Pi) und T(L)
    Wiederholungsimpfung: Pi und L jährlich, SHP und T alle drei Jahre


    Die meisten Impftstoffe sind einzeln oder in Kombination erhältlich, sodass es kein Problem darstellt, nur Einzelkomponenten jährlich zu verabreichen. Einige Hundehalter bestehen außerdem darauf, die Tollwutimpfung (und Leptospiroseimpfung) in einem Abstand von mindestens vier Wochen zur SHP(PI)-Impfung zu verabreichen, um das Risiko von Nebenwirkungen möglichst gering zu halten.



    Grundsätzlich sollte das Impfschema immer mit dem Tierarzt abgesprochen werden. Auch der Zeitpunkt kann von Bedeutung sein. So werden beispielsweise an Durchfall erkrankte Tiere üblicher Weise nicht geimpft, bevor die Erkrankung nicht abgeklungen ist, um eine negative Auswirkung auf die Krankheit und/oder eine Schwächung der Immunisierung zu verhindern.

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