Barf/Rohfütterung

  • Huhu,


    ich würde hier gerne ein Sammelthema für die Rohfütterung eröffnen. Inzwischen gibt es doch einige Ansätze/Richtungen fürs Barfen (Prey, Franken-Prey, Barf mit Obst und Gemüse, mit und ohne Getreide etc.). Vieles macht hier sicher auch die Erfahrung aus, daher würde mich einfach interessieren, was andere so an Erfahrung im Laufe der Jahre gesammelt haben?
    Wie barft ihr eure Hunde? Was füttert ihr, was nicht und wieso?

  • Wir barfen im Tierheim derzeit auch eine Hündin die beschlagnahmt wurde und aufgrund von Mangelernährung erhebliche Darmprobleme hat. Das bekommt ihr sichtlich gut!


    Aber ich kümmere mich da weder um die Zubereitung noch um andere Dinge die das Barfen der Hündin betreffen. Also kann ich selbst wenig darüber sagen.

  • Moin, ich wusste nicht wohin damit, deshalb schließe ich meine Frage einfach mal hier an:


    Mein Hund hat momentan und auch sonst immer wieder Probleme mit der Verdauung (Durchfall, Blähungen). Mein Tierarzt meint das ich es doch mal mit Barf versuchen soll. Deshalb mal die Frage an euch, was muss ich beachten und wie funktioniert das?


    Ich weiß leider nicht was ihr dazu noch wissen müsst. Deshalb bitte einfach nachfragen :-).


    Viele Grüße

  • Huhu,


    hast du mal überlegt, einfach das Futter zu wechseln? Das könnte schon helfen.
    Sind andere Ursachen für den Durchfall abgeklärt worden?


    Wenn du wirklich barfen möchtest könnte das durchaus eine Alternative sein. Allerdings solltest du dann auch bereit sein, dich etwas in das Thema einzulesen. Grundsätzlich müsstest du mit rohem Fleisch, Knochen, Innereien, Obst und Gemüse arbeiten. Wäre das ein Problem für dich?


    Wie alt ist dein Hund denn und wie groß? Hat er schon mal Rohfleisch bekommen?

  • Moin, 10 Jahre alt und ca 27 kg. Rohesfleisch hat der Hund immer wieder mal bekommen allerdings nur die Abschnitte beim kochen ^^. Der futterwechsel ist ne gute Idee hast du eine Empfehlung für mich (bis 4€/kg bitte :D).


    Gelesen habe ich inzwischen schon etwas übers barfen allerdings hat der Tierarzt was von teilbarf gesagt, was ist das?


    Viele Grüße

  • Hallo nochmal,


    So wie ich das sehe hast du mehrere Möglichkeiten:


    1. Vollständig auf Barf umstellen
    Da der Hund schon öfter mal Fleisch bekommen hat wäre eine Umstellung vermutlich möglich. Allerdings gab es bisher vermutlich nie oder nur selten Knochen?
    Je nach Aktivität würde ich bei einem Hund von 10 Jahren maximal 2,5 % des Körpergewichts als Tagesgesamtration veranschlagen. Das wären dann 675g Fleisch, Innereien, Knochen und Gemüse/Obst.
    Zusammensetzen würde sich das wie folgt pro Tag:
    Etwa 200g Gemüse/Obst (Obst, grünes Gemüse und buntes Gemüse zu gleichen Teilen)
    Etwa 70g fleischige Knochen oder Knorpel
    Etwa 40g Innereien (ich würde bevorzugt Blättermagen und Pansen wählen)
    Etwa 360g Muskelfleisch
    Milchprodukte würden entsprechend vom Muskelfleisch abgezogen werden. Wenn du Getreide verfüttern willst (was ich bei Blähungen zumindest erstmal nicht empfehlen würde, ebenso wenig Kohlsorten) geht das zu gleichen Teilen beim Obst und Gemüse.


    2. Futterwechsel
    Das wäre mein erster Schritt. Wenn ihr bei Trockenfutter bleiben wollt kommt die Empfehlung ein bisschen darauf an, wie aktiv der Hund noch ist. Gute Sorten sind beispielsiweise Wolfsblut, Platinum, Real Nature und Granatapet. Die haben aber dank des hohen Fleischanteils auch einen recht hohen Energie- und Proteingehalt. Bei einem nicht mehr ganz so aktiven Hund würde ich eher ein Futter mit weniger Fleisch- und Energiegehalt wählen. Best Nature (Daily) beispielsweise ist da nicht schlecht. Das ist auch etwas günstiger und beim Dehner erhältlich. Das Lukullus Ente und Lamm hat eine ähnliche Zusammensetzung.
    Persönlich würde ich aber eher ein Nassfutter wählen. Wenn du auf Regionalität Wert legst ist Happy Dog sehr zu empfehlen. Deren Doseninhalt wird auch auf der Homepage sehr transparent vorgestellt. Gran Carno ist auch nicht schlecht.


    3. Mischfütterung/Teilbarf
    Ab und an mal was Rohes zählt noch nicht als Teilbarf, davon spricht man ab etwa 20% Fleisch, ausgehend von der Tagesration ;). Ab dieser Grenze etwa sollte die Rohfleischmahlzeit ausgewogen sein, sprich wie beim regulären Barf alle notwendigen Bestandteile enthalten. Im Vergleich zum Vollbarf finde ich das aber ein wenig umständlich.


    Persönlich würde ich wohl das "ab und an unsere Abschnitte" beibehalten und auf ein Nassfutter oder zumindest abwechselnd Nass- und Trockenfutter umstellen. Nach etwa einer Woche sollten die Blähungen weg sein, wenn es wirklich daher kam, dass der Hund sein derzeitiges Futter nicht richtig vertragen hat.


    Liebe Grüße

  • Hey,


    27 Kilo hat Kira, richtig? Dann bräuchte sie im Mittel 2,5 Prozent ihres Körpergewichts jeden Tag. Das wären dann 675g. Davon würde ich etwa 60 Prozent Fleisch inklusive Innereien, 10 Prozent Knochen und 30 Prozent Gemüse füttern. Das wären 405g Fleisch/Innereien pro Tag, sprich etwa 2,8 Kilo die Woche und etwa 11,5 Kilo im Monat.
    Es kommt natürlich drauf an, wo du das Fleisch beziehst. Fertigbarfpäckchen sind etwas teurer (die gibt es inzwischen auch in Tierläden), Metzger geben aber auch hin und wieder Abschnitte günstig ab, Innerein und Knochen noch billiger, wenn nicht sogar umsonst. Ich würde mal bei Metzgern, selbst schlachtenden Bauernhöfen und Schlachthöfen nachfragen. Ich komme für Rindfleisch mit 3-4 Euro das Kilo hin (vom Metzger, Lebensmittelqualität und befreit von großen Gefäßen und Co.). Bei dem Preis würdest du also mit 46 Euro im Monat hinkommen. Dazu kämen dann noch Gemüse, Obst, Öl, Ei und ggf Milchprodukte, wobei es da drauf ankommt, wie viel davon ihr bereits Zuhause habt. Da kauft man eher selten etwas extra für den Hund dazu.


    Liebe Grüße

  • So, dann mag ich auch mal meine Frage hier anschließen.....
    wie ihr vielleicht gelesen habt, hat meine Hündin durch die Rohfütterung so zugenommen.


    Kleine Vorgeschichte:
    Ich habe sie vom Züchter bekommen. Dort wurde sie schon roh beigefüttert. Daher habe ich sie auch die ersten beiden Lebensjahre roh gefüttert. Sie hatte immer mit zu weichem Kot zu kämpfen. Hat vieles nicht vertragen. etc. pp.
    Dann habe ich umgestellt auf Trofu und alles regelte sich innerhalb von einigen Wochen zum Guten. Gut, dachte ich. Hat evtl. auch etwas damit zu tun, dass sie nun erwachsener ist und sich ihr Körper an gewisse Dinge einfach auch gewöhnt hat.


    Anfang letzten Jahres hat sie dann drei Infektionen, unterschiedlicher Art, hintereinander gehabt. Meine Erklärung und auch die des TA - das Immunsystem ist nicht so derbe gut. Sein Rat - ich sollte es erneut mit der Rohfütterung versuchen.


    Gesagt, getan. Plan erstellen lassen. Fleisch etc. bestellt. Und gefüttert. Sie mochte es leidlich. Hat es aber genommen. Nach ca. nem halben Jahr fand ich schon, dass sie zugelegt hatte. Daher eine weitere EB über den Plan schauen lassen. Mengen nach unten korrigiert. KH komplett raus genommen. Gemüseanteil erhöht. Fettanteil auf 15% runter reguliert.
    Als dies nicht den gewünschten Erfolg erzielte, habe ich eine Diätkur mit meiner Hündin gemacht. Lunge, mageres Muskelfleisch, Fettanteil runter auf 12% (keine Sorge alles unter Aufsicht).
    Mein Hund hat dadurch sogar noch ein Kilo zugelegt.


    Da hab ich dann die Bremse gezogen und auf Trofu umgestellt wieder.
    Was soll ich schreiben. Seit vier Monaten bekommt sie nun wieder Trofu und hat wieder eine Sporthundfigur. Ist nicht aufgedreht wie zeitweise mit Rohfutter. Das Fell ist (bis auf die eine kahle Stelle) schön weich und glänzend. Sie frisst ihr Futter mit Genuss.


    Jetzt meine Frage - jemand ne Erklärung? Ist ja eigentlich ne Kuriosität. Die EB´s die sich an dem Plan versucht haben, haben und hatten keine Erklärung.

  • Puuuhhhh.... Ich fürchte fast, ich muss mich den Ernährungsberatern anschließen. Ich kenne viele Berichte von Gewichtsveränderungen nach der Umstellung, aber die gingen zu 99 Prozent in die andere Richtung. Und selbst wenn mal ein Hund zugenommen hat, ließ es sich durch Rationsanpassung schnell beheben. Dass du gleich bei zwei Ernährungsberatern warst, lässt mich davon ausgehen, dass es keine Fehler im Plan gab (zu viel Fett am Fleisch etc.). Auch die Ration selbst war ja scheinbar richtig bemessen. Ich kann mir die Zunahme daher eigentlich auch nicht erklären.


    Grob gesagt würde ich vermuten, dass es mit der Verwertung zusammenhängt. Es klingt so, als habe sie roh nie richtig vertragen, wurde vielleicht beim Züchter auch nicht ganz optimal damit gefüttert. Oder bringt schon eine gewisse Empfindlichkeit – ich nehme mal an gegen das rohe Fleisch per se – von Natur aus mit. Es gibt Hunde, die Rohfleisch einfach nicht recht vertragen (oder nicht mögen). Vielleicht wirft es bei ihr den ganzen Stoffwechsel um, wenn sie damit konfrontiert wird? Manchmal ist es merkwürdig, wieso der Körper plötzlich beginnt, Reserven einzulagern. Bei vielen Leuten sorgt Stress für eine Gewichtszunahme bspw.


    Eventuell geht es bei deiner Hündin in eine ähnliche Richtung? Und es hat sich nach den Infekten verschlimmert?

  • Mein Hund ist ja in vielen Dingen ein Kuriosum. Daher habe ich mich fast damit abgefunden. Interessant finde ich es trotzdem. Denn wenn man Meinungen/Erfahrungen hört, liest etc. dann gehen diese immer in eine Richtung. Hund nimmt mit Roh erst einmal ab.
    Sie wurde beim Züchter ja nur beigefüttert. Dies geschah mit rohem Fleisch, Pansen etc. Da ich meine alte Hündin zu der Zeit roh ernährt habe (die übrigens zu den 99% zählte ;) ) fand ich es super und habe dies dann nach dem Einzug auch so beibehalten. Wirklich richtig gut vertragen hat sie es nie. Das stimmt. Und es war auch nie so DAS Highlight.
    Ich hatte sogar drei EB´s dran. Eine hat meinen Plan erstellt. Eine hat den Plan dann überarbeitet und die Dritte hat die Diät "überwacht". ;) Keine konnte aus meiner Waschmaschine wieder einen Sporthund machen.


    Nach vier Monaten Trofu Fütterung ist meine Hündin nun wieder so wie sie sein sollte. Verrückt ist es auf jeden Fall.

  • Ich finde es faszinierend. Beim Menschen habe ich das jetzt schon oft gehört/erlebt. Daher kommen auch die vielen verschiedenen Diäten (und aus Profitgier *hust*). Manche Leuten schauen ein Brötchen nur schief von der Seite an und nehmen fünf Kilo zu, andere werden von tierischem Eiweiß zum Hefekloß. Bei manchen reicht es, wenn sie einmal am Tag um den Block gehen, andere müssen 5 Stunden täglich auf den Stepper, um Gewicht zu verlieren. Beim Muskelaufbau dasselbe Spiel. Wieder andere nehmen nicht zu, was sie auch tun, und wenn sie Brötchen und Fleisch essen wie verrückt.
    Wenn man dann übrigens einen Arzt nach einer Erklärung fragt, bekommt man zu hören: "Ist halt so". Irgendwie unbefriedigend, weswegen ich verstehe, dass dich das beschäftigt. Und es tut mir leid, dass ich auch nicht mehr dazu sagen kann.
    Wobei ich mal meinen würde: Solange sie mit Trockenfutter gesund und munter ist und es gerne frisst, ist die Erklärung Nebensache. Auch wenn es einen irgendwie nicht loslässt :D.

  • Das hast du gut auf den Punkt gebracht - es lässt mich nicht los ;)
    Solange sie mit dem Trofu gut zurecht kommt und es ihr damit gut geht - bin ich die Letzte die jetzt noch einmal das Futter umstellt.
    Solange sie es gerne frisst - bitte.
    Ist auch nicht so aufwendig. Aber ich dachte ich tue ihr was Gutes. Näääääää.....

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