Berliner Hundegesetz – Kennzeichnungspflicht, Abgabeverbot, Rasseliste und mehr

  • Hey,


    ich bin gerade zufällig über einen Artikel gestolpert, der von zwei gescheiterten Klagen gegen das Berliner Hundegesetz handelt. Das neue Gesetz trat 2016 in Kraft, zum 1.1.2019 kamen noch ergänzende Regelungen dazu.

    Wer sich den Bericht zu den Klagen anschauen will, den gibt's hier: https://rsw.beck.de/aktuell/me…-hundegesetz-ist-rechtens

    Ein Mann hatte sich geweigert, seine Adresse auf Halsband oder Geschirr seines Hundes zu drucken. Zwei private Züchter hatten sich beschwert, weil sie keine Hunde unter einem Jahr mehr abgeben dürfen. Das hat meine Neugier geweckt.


    Hier mal das Wichtigste in Kürze:

    • Tatsächlich muss man nun eine "sachkundige Person" sein, um Hunde unter einem Jahr verkaufen zu dürfen. Damit soll illegalem Welpenhandel und dem Verkauf kranker Tiere bspw auf Flohmärkten entgegengewirkt werden.
    • Name und Adresse des Halters sind auf Halsband oder Geschirr anzubringen
    • Hundekotbeutel mitzuführen ist Pflicht, ein Verstoß eine Ordnungswidrigkeit
    • Teilgebiete können als hundefreie Zonen ausgewiesen werden
    • Andererseits können auch einfacher gesonderte Hundeauslaufgebiete festgesetzt werden
    • Es gibt jetzt eine Rechtsverordnung anstelle einer Rasseliste, die auch deutlich kürzer ausfällt als bisher und "nur noch" Pitbull-Terrier, Bullterrier und American Staffordshire-Terrier umfasst
    • Es gilt nun eine allgemeine Leinenpflicht, Ausnahmen gelten für Halter, die einen Sachkundenachweis ablegen
    • Dogwalker, die mehr als vier Hunde gleichzeitig ausführen wollen, brauchen eine Erlaubnis
    • Alle Hunde und ihre Halter werden in einem zentralen Register erfasst


    Mehr Details gibt es hier: https://www.berlin.de/sen/verb…er-hundegesetz-267536.php


    Was sagt ihr zu dem neuen System? Eine gute Idee oder alles Quatsch?

    Ist es wirklich nötig, dass Name und Adresse eines Halters auf dem Geschirr stehen? Landauf, landab versetzt die Datenschutzverordnung Leute in Panik, aber die Adresse offen auf vier Pfoten rumlaufen lassen, wird sogar zur Pflicht.

    Auf der anderen Seite klingt die Idee, den Welpenverkauf zu regulieren, doch gar nicht schlecht. Nur wird das auch kontrolliert?

  • Hey


    Ich finde einige Punkte gut, andere einen Schuss in den Ofen.

    Was bringt eine Pflicht, Hundesäckli mitzuführen? Wichtig wäre die Pflicht, den Kot aufzusammeln. Denn nur weil ich das Hundesäckli in der Tasche habe, lese ich den Kot auch automatisch auf.

    Name und Adresse am Halsband / Geschirr .. naja, wer es braucht. Mein Hund hat eine Marke mit Telefonnummer. Erweiterte Kontaktdaten inkl. Chipnummer hat Amicus, unsere zentrale Datenbank, in der jeder Hund registriert sein muss. Da haben die wichtigstens Personen (Tierarzt, Tierschutzvereine, Gemeinde) drauf Zugriff und nicht Hinz und Kunz. Denen reicht meine Nummer, so kommt der Hund auch schnell zu mir zurück, wenn er entlaufen sollte.


    Leinenpflicht bis zum Sachkundenachweis, Anmeldung von Rudelspaziergängern, zentrale Datenbank und Sachkundenachweis für das Verkaufen von Junghunden: finde ich alles super.

    Auch hundefreie Zonen braucht es - ein Hund hat auf Spielplätzen, Schulhöfen etc. nichts verloren. Gibt genug andere Orte. Wichtig ist, dass die hundefreien Zonen Sinn machen. Wenn es dafür aber ausgleichend neue Freilaufzonen gibt, dann ist das doch super.


    Schade, wurde nicht ganz auf diese Rasseneinteilungen verzichtet.

  • Ich kann mich da nur anschließen.


    Wegen der Kotbeutel: Begründung ist wohl, dass man nur das kontrollieren und ahnden könne. Verstehe ich irgendwo. Aber was ist mit Leuten wie mir, die mit Hund und ohne Beutel losziehen, weil sie am Mülleimer am Acker welche ziehen? Oder mit denen, die die vollen Beutel liegen lassen?