Wart ihr in einer Hundeschule? Wozu/für welchen Kurs?

  • Hey,


    Hundeschulen gibt es mancherorts wie Sand am Meer. Da fällt die Wahl oft nicht leicht. Will ich in eine Hundeschule gehen? Und in welche? Welche Kurse belege ich mit meinem Hund?

    Das Training auf dem Hundeplatz ist nicht jedermanns Sache, manche üben mit ihrem Hund lieber daheim.

    Andere – wie ich – sind begeistert zur Welpengruppe gegangen, damit der Hund richtig sozialisiert wird, haben die Erziehung aber allein Zuhause in Angriff genommen.

    Zu welcher Sorte Hundehalter gehört ihr?

    Wart ihr mit euren Hunden in einer Hundeschule? Welche Kurse habt ihr besucht oder besucht ihr noch?

  • Ich finde besonders die Welpenkurse sinnvoll. Das bringt jedem Hund etwas, wenn er auf einem gesicherten Gelände mit Artgenossen spielen kann.


    Zumindest für Anfänger finde ich weiterführende Grundkurse ebenfalls sinnvoll. Für verschiedene Sportarten wie Agility ist eine Hubdeachule toll, man kann seinen Hund aber auch ohne auslasten.


    Wichtig finde ich vor allem die Qualität der Hundeschule. Nicht jeder, der sich Trainer nennt, hat die Bezeichnung auch verdient.

  • Hey


    Ich habe während meiner Ausbildung in einer Hundeschule assistiert und finde die Stunden sehr sinnvoll - sofern sie richtig geleitet werden.

    Wir hatten verschiedenes Klientel. Von den Hundehaltern, die ihren Hund neu hatten und die Pflichtstunden für den SKN abarbeiten mussten, über Halter mit schwierigen Hunden, die zuerst Einzeltraining hatten, bis man die Hunde in die Gruppe integrieren konnte bis hin zu Hundehaltern, die seit Jahren kommen, weil es ihrem Hund einfach Spass macht.


    In den Einzelstunden haben wir am jeweiligen Problem des Hundes gearbeitet. Meist war Leinenaggression ein Problem. Nach einigen Stunden waren die Hunde aber oft soweit, dass sie in den normalen Stunden mitlaufen konnten, auch wenn da andere Hunde waren. Die normalen Stunden waren dann stets eine Mischung aus Plausch und Erziehungsübungen. Wir haben auch mal longiert, Fährtenarbeit eingeführt, sind ausserhalb spazieren gegangen (z.B. Bahnhof, Spielplatz), haben aber auch Parcoure aufgebaut, um mit den Hunden über verschiedene Untergründe zu laufen, Balance-Übungen, aber auch "Tricks" wie das Schicken des Hundes um einen Gegenstand .. Es war sehr abwechslungsreich, was sicher auch der Grund ist, warum einige Hundehalter seit Jahren kommen.


    Ich würde mit meinem zukünftigen Hund gern auch in die Plauschgruppe. Muss nur schauen, wie das kantonal geregelt ist. Aktuell scheinen hier noch Pflichtstunden nötig zu sein - ich hoffe, ich kann die auch im Nachbarkanton absolvieren. Denn die Hundeschule und den Trainingsansatz fand ich super. Und durch die Abwechslung kann man gut herausfinden, welche Beschäftigung dem eigenen Hund liegt und welche nicht. Darauf kann man dann aufbauen. Das finde ich super, um den neuen Hund besser kennen zu lernen und allgemein fördert die Hundeschule die Hund-Mensch-Bindung. Und man hat direkt auch einen Experten an der Hand, der Probleme im Entstehen sieht und einem hilft, direkt einzugreifen.

  • HI,


    so wie du das beschreibst, klingt es nett und entspannt. Ich hab da vielleicht vor einigen Jahren die falschen Erfahrungen gemacht. Inkompetente Trainer, die ihr Wissen von einem Wochenendkurs hatten, gewalttätige Methoden und nur zwei Sportarten auf dem Platz – und wehe, man wollte eine andere. Das war einfach nicht meine Welt. Zum einen war ich nicht bereit, das auf diese Weise anzuwenden, zum anderen hab ich mich da mit meinem Hund sehr eingeschränkt und eingesperrt gefühlt.


    Außer zur Welpengruppe war ich also lange in keinem Kurs mehr. Ich habe mich danach überwunden, in die Junghundegruppe reinzuschauen – und war so enttäuscht wie ein paar Jahre zuvor. Die Trainerin inkompetent und hat nicht zugehört, kaum andere Leute da, sodass mit Kontakt knüpfen auch nichts war. Da war die Stimmung irgendwie im Keller.


    Erst jetzt bin ich wieder ins Training, allerdings Einzelstunden. Ich will ein spezielles Problem angehen und dafür brauche ich "Übungsobjekte", die in der freien Natur nunmal selten rumlaufen. Deswegen bin ich mit meinem Hund hin, aber zu einer Trainerin, die ich von anderen Gelegenheiten her schon gut kannte. Und das erste Mal hatte ich da wirklich das Gefühl, eine kompetente Hundetrainerin gefunden zu haben. Das hat dann auch gefruchtet und Spaß gemacht und war nach wenigen Stunden auch so erledigt, dass ich daheim weiterüben kann.


    Ich muss gestehen, ein Traum-Hundesport von mir war früher immer Breitensport. Aber zuerst gab es hier das Angebot nicht und dann hatte ich nicht den richtigen Hund dafür, dem das so Freude gemacht hätte. Als Teenager kommt man auch nicht so weit weg zum Training, also fiel das flach. Wer weiß, irgendwann vielleicht doch mal wieder :biggrin:.

  • Hey,


    ich hab das ganze Programm mal durchlaufen. Welpenkurs, Junghundekurs, Teamtest, Begleithundeprüfung und dann weiter zur IPO. War nicht mehr meins, sobald es in Wettkampfsport ausgeartet ist.

    Dasselbe habe ich auch bei anderen Sportarten bemerkt. Zwar scheint das Level an Ehrgeiz zu variieren, beispielsweise scheinen die Leute beim Agility erstmal offener und freundlicher zu sein, aber überall, wo Wettbewerb im Spiel ist, kommt es irgendwann zu Eifersucht. Ich hatte das Glück, einen sehr sportlich talentierten Hund zu haben. Wir haben zwar auch konsequent trainiert, aber das meiste hatte ich seinen Anlagen zu verdanken. Was anderes habe ich auch nie behauptet. Bei der ersten siegreichen Prüfung wurde ich noch beglückwünscht, aber das hat mit der zweiten, dritten, vierten schnell aufgehört. Und dann hab ich aufgehört.


    Das hat man aber bei anderen Sportarten auch. Fußball, Badminton, Tischtennis – alles, was man im Wettbewerb betreiben kann, wird irgendwann auch zu einem.