Sollten wir wirklich Straßenhunde importieren?

  • Hallo miteinander,


    immer mehr Hundehalter haben einen Hund aus dem ausländischen Tierschutz adoptiert. Nicht alle sind vielleicht zufrieden damit, wie die Vermittlung ablief, manche sind vielleicht auch auf Betrüger reingefallen. Es gibt aber auch viele Leute mit guten Erfahrungen, die ihren Hund aus einer seriösen ausländischen Quelle bekommen und mit der Adoption vielleicht noch ein Projekt vor Ort unterstützt haben. Dennoch finden nicht alle diesen Trend toll. Immer wieder lese und höre ich, dass man zuerst ein Tier aus dem deutschen Tierschutz adoptieren sollte. Oder dass es die Probleme vor Ort nicht löst, die Tiere hierher zu holen. Andere halten dagegen, dass Tierschutz keine Ländergrenzen kennt.


    Was meint ihr? Würdet ihr einen Hund aus dem Ausland holen? Oder wäre das für euch ein NoGo?

  • Hallo,


    "Tierschutz kennt keine Grenzen". Ich weiß nicht, woher der Spruch kommt, aber ich lese und höre ihn immer mal. Und ich finde, er stimmt. Hunde in Italien, Spanien oder Rumänien brauchen unsere Hilfe genauso wie die Hunde in Deutschland. Kein Hund nimmt einem anderen ein Platz weg, außer vielleicht die, die aus Unachtsamkeit, Ignoranz und Dummheit einfach mal so aus Spaß vermehrt werden. Und selbst die können nichts dafür, sind sie erst geboren.


    Just my two cents ...

  • Die Tierheime hier sind voll genug. In anderen Ländern werden munter Hunde vermehrt, von sorglosen Leuten oder irgendwelchen Hundemafiosi, oder auf der Straße, wo es keinen kümmert und keiner was unternimmt. Was soll es bringen, die Hunde herzuholen? Einr hat dann ein besseres Leben, zehn andere nehmen seinen Platz in der Tötungsstation ein.


    Die Situation vor Ort ist in manchen Ländern beschissen und nicht hundewürdig, keine Frage. Genau da muss man deswegen ansetzen, VOR ORT. Wenn sich da nix ändert, bringt es nix, Hunde herzuholen. So mancher davon landet übrigens hier im Tierheim, weil die Leute überfordert sind. Oder er schleppt Krankheiten/Mittelmeerkrankheiten ein.

  • Natürlich verdienen sie das. Aber Mitleid allein wird nicht helfen. Ohnehin sollte man nie ein Tier aus Mitleid adoptieren. Langfristig ist den Hunden nur geholfen, wenn man die Situation vor Ort ändert. Und einfach so viele wie möglich herzubringen ändert nunmal nix.

  • Hallo,


    gerade habe ich einen Beitrag zur Lage in Österreich gesehen. Dort steht nun die Forderung im Raum, nur noch österreichische Tiere in den dortigen Tierheimen aufzunehmen, keine mit „Migrationshintergrund“. Tatsächlich kommen wohl mehr als die Hälfte der Tiere, die dort im Tierheim sitzen, nicht aus Österreich. Das ist sicherlich ein Trend, den man nicht ignorieren kann.


    Aber wo soll man dann anfangen? Bei den Leuten, die sich vielleicht unbedacht einen nicht ganz so einfachen Hund von der Straße holen? Sollen Importe von Züchtern aus anderen Ländern dann auch zum Problem werden? Setzt man in den Ländern an, die sich ihrerseits nicht um Tierschutz und Straßenhunde scheren und damit das Problem überhaupt auslösen?


    Und wie soll das von statten gehen? Wenn ein Hund nicht aus diesem Land kommt, aber kein Zuhause mehr hat, was soll mit ihm passieren?

  • Hey


    Bei uns in der Schweiz ist die Sache ähnlich. Viele der registrierten Hunde stammen aus dem Ausland.

    Wenn nur noch Tiere mit Schweizer Chip aufgenommen werden könnten, stellt sich die Frage, was mit dem Rest passiert?


    Auch wir merken, dass viele Hunde ursprünglich aus dem Ausland kommen. Da werden teilweise Welpen aus Deutschland geholt und plötzlich kommt man mit dem Temperament nicht klar. Oder Hunde aus dem Ausland adoptiert und plötzlich kann man sie nicht mehr halten.

    Wir als Verein importieren keine Tiere aus dem Ausland. Aber wir versuchen allen zu helfen, die bereits in der Schweiz sind (und da gibt es nicht zu wenige, wir müssen sogar immer wieder ablehnen und weiter verweisen, wenn wir aktuell nicht die Möglichkeit haben, den Hund ideal zu betreuen). Da ist die ursprüngliche Herkunft egal. Denn den Tieren hilft es nicht, wenn sie am alten Ort bleiben müssen, wo die Bedingungen für sie nicht mehr ideal sind. Oder schlimmer, wenn sie ausgesetzt oder anders "entsorgt" werden :(

  • Zitat

    Denn den Tieren hilft es nicht, wenn sie am alten Ort bleiben müssen, wo die Bedingungen für sie nicht mehr ideal sind. Oder schlimmer, wenn sie ausgesetzt oder anders "entsorgt" werden :(

    Genau meine Meinung. Der Fehler liegt ja nicht beim Hund. Erst wird er im Ausland vermehrt, dann vielleicht unüberlegt in einem anderen Land angeschafft. Nur was will man tun? Was würde denn mit den Hunden passieren, würde sie kein Land mehr aufnehmen? Bzw kämen sie dort im Tierheim im Ernstfall nicht unter. Vermutlich würden sie vernachlässigt oder ausgesetzt. Das behebt ja das Problem nicht.

  • Da haben wir das, was ich sagte. Tierheime vor Ort, die ordentlich arbeiten (davon geh ich jetzt einfach mal aus), sind überlastet, weil sie nicht auch noch die Tiere aus allen anderen Ländern aufnehmen können. Damit nimmt man den anderen Ländern die Arbeit und die Verantwortung ab. Die kümmern sich einen Scheiß drum und die Arbeit bleibt an anderen hängen. Nicht gerade fair ...


    In einer Reportage habe ich auch schon gesehen, dass in manchen Ländern absichtlich Straßenhunde vermehrt werden, weil es vom Staat Geld pro Hundekopf im Tierheim gibt. Ich bin gerade nicht mehr sicher, ob es da um Italien oder Spanien ging. Würden sie kastrieren, würden sie Verlust machen. Würden sie die Tiere ordentlich halten, käme nicht so viel Geld bei rum. Da steckt kein Idealismus hinter wie bei uns, keine Leute, die sich engagieren, um den Hunden zu helfen. Das sind Leute, die damit ein Geschäft machen wollen. Die, die wirklich helfen wollen, bekommen doch den Zuschlag als offzielles Tierheim einer Region gar nicht erst.