Angsthunde richtig sichern

  • Hallöchen,


    in letzter Zeit häufen sich bei uns wieder die Meldungen über entlaufene Angsthunde. Ich finde das immer besonders traurig, weil die Hunde kaum einzufangen sind. Manche hat es an Silvester erwischt, andere paar Tage später, andere jetzt erst. Obwohl ich es seit Neujahr nicht mehr schließen hören habe. In den sozialen Medien werden die Halter regelmäßig angegriffen. Sie hätten ihren Hund richtig sichern sollen. Auf der einen Seite denk ich dasselbe: Wenn man einen Angsthund hat, ist man doch besonders vorsichtig? Vor allem nach Silvester? Und teils waren die auch fremd hier oder ganz frisch eingezogen.

    Aber auf der anderen Seite: wie denn? Ich habe schon Tipps gelesen, den Hund an Halsband und Geschirr mit je einer Leine zu sichern. In akuten Situationen wie an Silvester eigentlich keine schlechte Idee.

    Sicherheitsgeschirr? Soll schon Hunde gegeben haben, die da raus kamen. Fragt sich nur, ob die richtig angelegt waren.

    Ich persönlich habe eine Zugstopp-Halsband. Mein Hund hat einen dicken Hals, viel Fell und kleine Ohren - ungünstige Kombi. Mich 100 Prozent darauf verlassen, wenn ein Hund wirklich Panik hat, würde ich aber auch nicht.

    Und btw: Mir sind schon drei Leinen gerissen 🙄.


    Habt ihr noch Tipps und Tricks?

  • Hey


    Aus einem passenden Sicherheitsgeschirr sollte sich ein Hund mit normaler, gesunder Figur nicht rauswinden können.

    Der hintere Gurt liegt ja hinter den Rippen, wo die Hunde schlanker sind. Deshalb ist er enger als der Brustkorb - aber natürlich noch locker genug, denn dort schützen keine Knochen die inneren Organe.

    Gerade Angsthunde aus dem Ausland sind selten fett. Der ganze Stress, die möglichst günstige Ernährung - das hilft nicht dabei, Gewicht zu zu legen. Aber kein Geschirr passt zu jeder Körperform. Da muss man schon das passende suchen .. Selbst wenn alle Ringe verstellbar sind, bleibt ja noch die Steglänge. Wenn z.B. beiden Bauchgurte auf den Rippen zu liegen kommen, ist es klar, dass der Hund raus kann.


    In den sozialen Medien werden die Halter regelmäßig angegriffen. Sie hätten ihren Hund richtig sichern sollen. Auf der einen Seite denk ich dasselbe: Wenn man einen Angsthund hat, ist man doch besonders vorsichtig? Vor allem nach Silvester? Und teils waren die auch fremd hier oder ganz frisch eingezogen.

    Es gibt halt leider wirklich Fälle, wo die Neuhalter nicht aufgeklärt werden - die agieren nach bestem Wissen und Gewissen und das ist in Extremsituationen mit Hunden, die extrem reagieren, nicht genug.

    Andererseits gibt es auch Fälle, wo die Leute aufgeklärt wurden und jeden Rat in den Wind geschlagen haben. Auf die Zielen die Kritiker ab. Ob das wirklich das Gros ist? Dazu müsste man Vereine befragen, die sich mit der Sicherung der Hund befassen .. die kennen meist die Geschichte dahinter.


    Das erste Silvester habe ich Neo auch tagelang an Halsband und Geschirr gleichzeitig geführt. Jetzt mach ich das nur am Silvesterabend - sicher ist sicher. Der ist aber auch noch nie aus Geschirr oder Halsband geschlüpft und reagiert auch recht ruhig auf Feuerwerk, Schüsse und Co.

    Wäre das anders würde ich wohl auch besser sichern - da wäre ein massgeschneidertes Sicherheitsgeschirr die erste Wahl für mich - ein eine Leine, die fix an mir befestigt ist. Gerade Silvester ist es ja kalt, da kann man auch mal ausrutschen, lässt die Leine fallen und weg ist der Hund ..

    Achja, und mindestens 2-fach Karabiner - erst muss man den Verschluss drehen, bevor man ihn öffnen kann .. denn damit hatten wir schon Probleme: Hund geht ins höhere Gras und kommt ohne Leine wieder raus, weil die einfachen Bolzenkarabiner sich gelöst haben :rolleyes:

  • Hey,


    bei einem Sicherheitsgeschirr sehe ich das auch so. Wir haben allerdings ein K9, da kommt er gut raus, wenn er vorne die Beine zusammen nimmt. Und den richtigen Sitz hat sogar die Trainerin schon kontrolliert. Kommt bei dem Geschirr aber wohl öfter vor. Ich hab’s aber auch nicht zur Ausbruch-Sicherung 😅.


    Das mit der Aufklärung sehe ich auch so. Mich fasziniert immer wieder, wie viele Angsthunde seit ein paar Jahren unterwegs sind. Zumindest meinem Gefühl nach hat das deutlich zugenommen. Als ich Leo geholt habe, waren selbst Hunde von der Straße/aus dem Ausland noch selten. Da stellt sich schon die Frage, wie viele mit einem Angsthund umgehen können - Halter und Tierschützer.


    Was bei meinem sehr angenehm ist: wenn er Angst vor dem Knallen bekommt, will er nach Hause bzw zum Auto. Er springt auch nicht wild los, er zieht nur in die Leine. Das macht ihn sehr einfach zu handeln. Wenn ich aber an die Hunde denke, die richtig wild umher springen und kopflos davon rennen....

    Ich schwöre auch auf die Doppelsicherung. Das war für mich bisher das einzig praktikable.


    Den Tipp mit der fixen Leine finde ich sehr gut, da habe ich noch gar nicht dran gedacht. Genauso den Zweifachkarabiner. Und bitte einen dicken, mir ist schon einer gerissen 🙄

  • Hey


    Wir haben allerdings ein K9, da kommt er gut raus, wenn er vorne die Beine zusammen nimmt. Und den richtigen Sitz hat sogar die Trainerin schon kontrolliert. Kommt bei dem Geschirr aber wohl öfter vor. Ich hab’s aber auch nicht zur Ausbruch-Sicherung 😅.

    Von Norweger- und Sattelgeschirren würde ich abraten, die sind schlecht fürs Bewegungsmuster der Hunde. Auch weil sie häufig doch recht nah hinter den Vorderbeinen hochgehen. Dass der Hund da leicht rausschlüpfen kann, kommt hinzu.

    Genauso den Zweifachkarabiner. Und bitte einen dicken, mir ist schon einer gerissen 🙄

    Da muss man einen Kompromiss finden - denn zu schwer ist schlecht für den Hund, der knallt dann womöglich immer mal auf den Rücken. Das kann auf Dauer zu physiologischen Problemen führen. Es gibt aber zum Glück auch leichte Karabiner mit guter Belastbarkeit. Da muss aber auch das Leinenmaterial die Kraft aufhalten können :D

  • Das mit dem Gewicht stimmt natürlich. Bei uns liegt er auf dem K9 auf, da spielt es keine Rolle.


    Ich hab schon überlegt, ihn neu einzukleiden. Aber das sitzt bei ihm einfach am besten. Wir hatten andere, die „Standardform“, aber die hat bei ihm vorne gegen die Schulter gezogen, wenn er in die Leine ist, und da hab ich Sorge, dass es in den Rücken hoch zieht. Seine Physio hat neulich ein Laufvideo von ihm angeschaut und meinte, völlig normal. Wollte es aber beim nächsten Besuch eh mal ansprechen. Es darf halt nichts am Hals oder Rücken ziehen/drücken.